Bahnradsport

Im Gegensatz zu anderen Radsportarten findet der Bahnradsport auf speziell gebauten Radbahnen statt. Diese können sowohl in einer Halle als auch im Freien sein. Diese Räder unterscheiden sich auch von normalen Rennrädern. Sie sind nur mit dem nötigsten ausgestattet, da sie besonderen Belastungen durch Fliehkräfte ausgesetzt sind. Ihr geringes Gewicht beträgt etwas mehr als 5 Kilo.

Eine Besonderheit der Bahnräder ist, dass sie weder Bremse noch Freilauf haben, genauso fehlt eine Gangschaltung. Es verfügt über einen sogenannten starren Gang. Diese technischen Voraussetzungen, die das Rad mitbringen muss, hat die UCI (internationaler Radsport Verband) festgelegt. Das Handling dieser Räder ist etwas schwierig. Um Auffahrunfälle zu vermeiden, muss der Fahrer die Pedale stoppen und gegebenenfalls nach oben ausweichen. Die Radbahnen sind meist in Ellipsenform gebaut und schräg. Das bedeutet, dass der Radfahrer, der oben fährt, auch eine längere Strecke zu bewältigen hat. Generell gilt bei dieser Sportart, dass beim Überholvorgang nach oben ausgewichen werden muss. Im Bahnradsport gibt es zwei Disziplinen, die Kurzzeit – und Ausdauerdisziplin. Bei der Kurzzeitdisziplin gibt es mehrere Bereiche, der Sprint, Tandemrennen, Teamsprint und Zeitfahren. Die Ausdauerdisziplin wird unterteilt in Einerverfolgung, Punktefahren, Stehrennen, Mannschaftsfahren und Mannschaftsverfolgung. Wie beinahe in jeder Sportart werden auch hier Weltrekordversuche durchgeführt. Die Herausforderung dabei ist, innerhalb einer Stunde eine möglichst große Distanz zurückzulegen, das ohne Windschattengeber. Als Windschattengeber bezeichnet man den Radfahrer vorne, in dessen Windschatten sich der Rennfahrer hängt, um weniger Kraft zu brauchen. Für den Stundenweltrekord bedeutet das, dass nur ein einziger Radfahrer auf der Bahn fährt. Für den Weltrekordversuch wurde an den Rädern experimentiert, um einen geringen Luftwiderstand zu erhalten.

Der erste Weltmeister in dieser Disziplin war Eddy Merckx. Er schaffte im Jahr 1972 beinahe 50 Kilometer in einer Stunde. Dieser Weltrekord hielt sich 28 Jahre, bevor er im Jahr 2000 vom Briten Chris Boardman gebrochen wurde. Die Differenz ist denkbar knapp, denn er schaffte nur 10 Meter mehr, als Eddy Merckx.

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